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Teil 5: Wüste Begeisterung

Die blauen Quellen von Meski sind glasklar und haben ihren Namen nicht vom Wasser, sondern von den Nomaden, die hier früher Stoffe gefärbt haben. Die indigoblaue Farbe ist in ihrer Bekleidung auch heutzutage noch häufig anzutreffen, besonders gern beim Kopftuch, dem Aleshu.
Die Quelle selbst entspringt direkt neben dem Campingplatz und fliesst durch ein großes Becken, in dem ich gestern Abend noch ein erfrischendes Bad genommen hatte.

 


Zur Marokkanischen Ferienzeit stehen die Gäste hier dicht an dicht, die Source Bleue sind ein beliebtes Ausflugsziel.



Beim Baden wird man gebeten, tunlichst die Hände von den heiligen Fischen im Wasser zu lassen, von denen ich allerdings keinen zu Gesicht bekomme.

 


Die Sonne braucht ein Weilchen, bis sie in der Senke der Oase angekommen ist. Statt von ihren Strahlen, werden wir heute von Pierres Zeltabbau geweckt.



Noch bevor wir anderen auch nur einen Fuß aus dem Schlafsack gesetzt haben…



… sitzt er schon auf gepackten Koffern!



Pierre stellt uns seinen neuen Freund vor, diesen kleinen Kerl. Kennengelernt haben die beiden sich im Toilettenhäuschen des Campingplatzes, in dem Pierre heute Nacht diverse Stunden verbracht hat. Desweiteren kann Pierre berichten, dass die Wand im WC mit 152 Fliesen verkleidet ist, 8 Reihen à 19 Stück. Er hatte heute Nacht offenbar viel Zeit.


Mal kurz etwas zu einem Thema, das uns alle angeht: Die Scheisserei.
Ich bin der Meinung, dass es wenig Sinn macht, zu viel Energie auf ihre Verhinderung zu verschwenden, denn Du bekommst sie sowieso. Gut, wenn man eine Woche Städteurlaub macht, dann kann man es versuchen. Wer aber länger in Marokko weilt, der lässt es am besten einfach geschehen. Die Afrikanischen Bakterien sind nicht gefährlicher oder mehr als bei uns, es sind einfach nur andere, und deine Darmflora muss sich an die erst mal gewöhnen. Der einzige Weg, wie Du ihr dabei helfen kannst, ist, ihr nicht zu viele fremde Bakterien auf einmal zuzumuten. Die Grundregeln lassen sich, wie in den meisten Regionen der Welt, mit dem bekannten Spruch Cook ist, peel it, or forget it zusammenfassen. Wir haben grünes Gemüse mit großer Oberfläche versucht zu vermeiden und haben nur gekauftes Wasser aus verschlossenen Flaschen getrunken (Das macht man allerdings in erster Linie wegen Amöben, die durchaus schlimmeres als einen flotten Otto hervorrufen können). Generell kann man gegen Bakterien im Grunde genommen nur wenig tun, denn die sind einfach überall. Nicht nur in der Nahrung, sondern auch im Staub, auf deiner Kleidung, in deinen Handschuhen. Betrachte deine Hände einfach als dreckige Zone, so wie deine Schuhe.

Pierre war also der erste, im weiteren Verlauf hatten wir aber alle ein Fliessheck, der eine kürzer, der andere länger. Allein Behrang scheint glimpflich davon gekommen zu sein, aber sein Darm kannte den Kontinent auch noch vom Winter, da hat er Urlaub in Marrakech gemacht.

 


Gelernt ist gelernt: Behrangs Flora weiß bescheid.


Zum Abschied lasse ich mir noch ein traditionelles Tuch aufschwatzen (das sich später allerdings als durchaus nützlich erweist). Dann brechen wir endlich Richtung Wüste auf.

 


Langsam schrauben wir uns am Rand aus der Oase heraus, hinein in die Hitze.



Orientalischer Ortseingang in Rissani



Bald weicht der felsige Atlas einer kargen Geröllwüste…



…aus der sich der Erg Chebbi mit seinen Dünen erhebt. Wir sind begeistert.



Irgendwo im Nirgendwo biegen wir auf unsere erste Piste ab.


Ich kann es kaum erwarten, endlich mein Gepäck loszuwerden. Um unsere Sachen sicher wegschliessen zu können, entscheiden wir uns gegen eine Unterbringung auf einem Campingplatz, und peilen eine Kasbah nördlich von Adrouine und Merzouga an.

 


Bei den Goldenen Dünen werden wir fündig.


Wir sind die einzigen Gäste und haben im Hof sogar einen Pool für uns allein.


In zähen Verhandlungen dealt Behrang einen guten Übernachtungspreis aus und bekommt vom Hotelier respektvoll das Prädikat „Berber“ verliehen. Von Vorteil war, dass wir auf Einzelzimmer, Vollpension und Klimaanlage verzichten konnten und es in der Gegend eine Vielzahl von Pensionen gibt. Nach einem kurzen Bad rupfen wir uns die Kisten von den Karren.

Spiegel nach innen.
Luft aus den Reifen.
Und raus in den Sandkasten!

3 Thoughts on “Teil 5: Wüste Begeisterung

  1. Kalle on 13. März 2012 at 19:17 said:

    Hey Freerk,

    supertoller Reisebericht, der viele schöne Erinnerungen an Marokko weckt. Kompliment dafür.

    Eine kleine Anmerkung zu dem „orientalischen Orsteingang“ => m.E. steht dieses Stadttor nicht in Erfoud sondern in Rissani… :)

    LG

    Kalle

  2. Freerk on 15. März 2012 at 12:56 said:

    Du hast natürlich völlig recht, Kalle.
    Habs schon korrigiert. Danke!

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