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Teil 3
Sternfahrt nach Ungarn

Am nächsten Morgen gibt es einen schnellen Tee, dann satteln wir auf und machen uns vom Hof. Ein Telefonat am Abend mit Sarah und Stefan hat ergeben, dass sich die beiden momentan noch in einem Nationalpark im Nordosten Ungarns befinden. Um möglichst zügig nach Rumänien weiterzukommen, haben wir sie gebeten, einen Campingplatz in der Nähe der ungarisch-rumänischen Grenze ausfindig zu machen, und uns dann die Koordinaten zu simsen.

Wir haben rund 450km vor uns, vornehmlich auf Österreichischen und Ungarischen Autobahnen. Sebastian gibt auf seinem 600er Eintopf den Takt vor, und ist zu Behrangs und meiner Überraschung recht zügig unterwegs.

Neben Österreich ist für Motorräder auch in Ungarn eine Maut fällig. Statt sich aber eine Vignette aufs Windschild zu pappen, funktioniert hier alles digital. Man muss lediglich sein Kennzeichen erfassen lassen. Das funktioniert vorab im Internet, wir suchen allerdings ein kleines ÖAMTC-Häuschen an der Grenze auf. Umgerechnet 5€ sind für zehn Tage zu zahlen.

Der Plan geht auf. Kurz hinter Budapest bekommen wir eine SMS mit den Koordinaten des Campingplatzes. Sebastians Navi wird gefüttert, und mit Musik auf den Ohren verlassen wir in Füzesabony die Autobahn. Quer durch die Puszta geht es danach in den Hortobágy Nationalpark, der sich übrigens Hortobadsch spricht. Füzesabony spricht sich Füsäschaboy. Ich finde, kaum eine andere Sprache lässt einen so im Dunkeln tappen, wie Ungarisch. Was ist zum Beispiel mit den armen Menschen, die in Orten wie Gyöngyöshalász, Jászárokszállás oder Hajdúböszörmény wohnen? Da steigt doch jeder Besucher nach der zweiten Silbe aus!

Am späten Nachmittag kommen wir schließlich auf dem Ökotúra Kemping in Hortobágy an und werden mit großem Hallo empfangen. Stefan, den ich seit Marokko nicht mehr gesehen habe, sieht aus wie eh und je. Sogar seine lederne Motorrad-Latzhose ist wieder mit von der Partie. Wie ich ihn kenne, steckt darunter auch wieder lange Ski-Unterwäsche, damit die Pelle abends leichter runter geht.

Schnell sind auf dem sonst leeren Campingplatz ein Tisch und Stühle fürs Abendbrot zusammengerückt. Sarah und ich kennen uns bisher ja nur vom Telefon. Aber wer unter Camping-Bedingungen zur Begrüßung einen leckeren Kartoffelsalat gestemmt bekommt, der hat bei mir sowieso gleich einen Stein im Brett.

Gegrillt wird, was sich vor Ort organisieren ließ. Sarah und Stefan haben mit der Rezeption schon alle Formalitäten geklärt, wir können uns quasi ins gemachte Bettchen legen. Die Zelte sind schnell hochgezogen, danach wird es in der nun endlich vollständigen Reisegruppe gesellig.

Sogar zwei Flaschen Bier haben Sarah und Stefan besorgt. Wem das für fünf Personen zu wenig erscheint, dem sei gesagt, dass es sich dabei um 2-Liter-Gebinde handelt. Wem das für fünf Personen ebenfalls zu wenig erscheint, dem sei gesagt, dass es sich dabei um ungarisches Bier handelt.

Die Etappe: 432km
Das war´s erstmal mit Autobahn. Morgen werden wir die Grenze nach Rumänien passieren, und dort gibt es laut Wikipedia sage und schreibe gerade einmal 561km Autobahn. Etwas mehr als unsere halbe A7 also. Ein neues Land erwartet uns, andere Menschen und Sitten. Vor allem aber auch die ersten Kilometer mit unserer neuen, alten Reisegemeinschaft…

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