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Teil 1
Stella Alpina 2018

Als ich irgendwann im letzten Jahr mit ein paar Leuten bei mir auf der Datsche sitze, und über mögliche Motorradreiseziele fabuliere, fällt auch der Begriff Stella Alpina. Die Veranstaltung am Col de Sommeiller ist nach eigenen Angaben das höchstgelegene Motorradtreffen Europas. Die Stella habe ich schon seit langem auf meiner Wunschliste – nicht weil sie das höchste oder fahrerisch anspruchsvollste oder sonstwie superlativste Treffen ist, sondern weil sie weitgehend unorganisiert daherkommt. Es gibt keine Anmeldung, keine Anmeldefrist, kein Merchandizing, keine Bühne, keine Bierstände. Keinerlei Wettbewerbe, keine Organisation. Aber eben auch keine Klos. Der Termin ist alles, was man für die Stella braucht, und der steht seit 1967 fest: Immer der zweite Sonntag im Juli.

Mein Freund Mante ist schnell an Bord, und auch Nico zeigt sich interessiert; die LC8-Rally sei bei ihm gesetzt und zu der Zeit ohnehin in der Gegend, da will er einfach danach noch bei der Stella vorbeischauen. Und Europabummler Klausi will auch mitkommen, und beginnt direkt, sich eine Route de Grandes Alpes zu basteln, mit der Stella Alpina im Mittelpunkt. Vier Leute mit dabei – das hatten wir ja schon lange nicht mehr!

Dann vergeht ein Jahr. Die letzten Vorbereitungen laufen, Nico bekommt leider keinen Urlaub und meine Excel-Hinterradfelge fault entgültig weg. Auf den allerletzten Drücker, buchstäblich am Tag vor der Abreise, schickt mir Klaus aus dem F-GS-Forum eine gebrauchte Felge per Post (Danke!). Und mit Müh und Not ist mein Motorrad am späten Nachmittag abfahrbereit und es kann losgehen.

Mit fast 1500 Kilometern allein für die Anfahrt nach Bardonecchia ist die Stella Alpina von Berlin aus kein Pappenstiel. Mante und ich haben insgesamt sieben Fahr- und einen Ruhetag für die Tour eingeplant. Weil das bei einer zu erwartenden Gesamtdistanz von über 3000 Kilometern fast 450 Kilometer pro Tag bedeuten würde, mieten wir für den Hinweg einen Oneway-Transporter bis Freiburg.

Via Kleinanzeigen finde ich sogar noch ein bisschen Beiladung: Eine alte Florett fährt von Spandau bis in den Schwarzwald mit.

Nach 10 Stunden BAB kommen wir in Freiburg an und rangieren die Motorräder aus dem Transporter. Beim Einladen durften wir noch die Ladebordwand eines anderen Mietfahrzeugs nutzen (Danke, Hertz Neukölln!). Beim Ausladen müssen wir die 200kg-Bikes über eine gerade mal 10cm breite Latte fummeln.

Nach dem Aus- und Beladen der Motorräder hängen wir immerhin noch ein paar Kilometer auf zwei Rädern dran, bis zu einem Campingplatz am Rhein, auf französischer Seite. Der an einem Maisfeld gelegene Platz ist nett aber mückenverseucht. Wir stellen die Zelte auf und schmeissen die Kocher an.

Der Einfachheit halber hauen wir nur ein paar Eier mit Wurst in die Pfanne, dazu gibt es Baguette und ein paar übrig gebliebene Stullen von der Anfahrt. Es ist schwülwarm, aus der Ferne zischen die gigantischen Bewässerungsanlagen der Felder.

Die ersten 900 Kilometer haben Mante und ich im Sack. Morgen wollen wir den dritten im Bunde am Genfer See treffen: Klaus war schon ein paar Tage vor uns in Berlin aufgebrochen. Gemeinsam wird es dann hochalpin.

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