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Mein Leben als Leiche

Wusstet ihr, dass ich vor nunmehr fast zehn Jahren schon einmal mausetot war? Ertrunken, im Dortmund-Ems-Kanal? Direkt nach meiner Heimkehr aus Afrika, wo ich monatelang in Gefangenschaft war? Festgehalten von Entführern, die mich von einer Motorradtour mit meiner XT600 durch die Wüste abgefangen hatten? Wusstet ihr nicht? Okay, dann hier ein paar Beweisbilder:

 

Das bin ich, auf der erwähnten XT, Baujahr 91. Und da im Hintergrund liege ich auch schon, im Anzug, tot auf der Erde. Ein Jammer!

 

Hier hieft mich die Feuerwehr Münster aus dem Kanal. Hatten ordentlich zu Schleppen. Erst beim achten Mal hat es geklappt.

 

Hier ist ein Beweisfoto aus der Gefangenschaft. Mehrere Monate Bartwuchs, Hand- und Fußfesseln, AK im Nacken, das ganze Programm! Hat mich total fertig gemacht. Wo ich doch eigentlich nur Motorrad fahren wollte, irgendwo da in der Sahara.

 

Ich hatte einen Freund, der schneller wieder frei kam. Und als der nach seiner Heimkehr in Deutschland gemerkt hat, dass die Lösegeldverhandlerfimra in meinem Fall Mist gebaut hatte, hat er die Verhandler der Reihe nach kalt gemacht. Das war nett gemeint, hat mir aber auch nicht geholfen. Bin nach meiner Heimkehr trotzdem in den Dortmund-Ems-Kanal gesprungen, ziemlich genau hier:

 

Hier sieht man Kriminalhauptkommissar Frank Thiel und Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne, wie sie mich neben dem Kanal untersuchen. Boerne entdeckt natürlich sofort meine Fesselspuren. Der alte Fuchs!

 

Und hier sieht man noch das Team, das den Tatort „Höllenfahrt“ gedreht hat. Ich bin da gerade noch in der Maske und werde auf „Wasserleiche“ geschminkt. Das war toll!

Boerne und Thiel klären natürlich alles auf. Und dann fährt Thiel auf einer flottgemachten NSU zum Golfturnier!

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