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Gipfelnovizen

Da mich Wintersport nicht sonderlich interessiert, hatte ich mit Bergen bis vor ein paar Jahren relativ wenig am Hut. Rodeln fand in meiner Norddeutschen Heimat am Deich statt, stolze 10 Meter talwärts. Nichts desto trotz kann, wie ich heute weiß, auch ein Hanseat Freude an Bergen entwickeln. Egal ob sie nun spitz, schroff, blockartig, symmetrisch oder schief sind: Mit dem Motorrad fährt es sich prima darauf herum, vorzugsweise im Sommer.

Faszinierend war für mich anfangs vor allem die Feststellung, dass Berge meist nicht allein in der Landschaft herum stehen, sondern oftmals Teil eines so genannten Gebirges sind. Bevor man vom einen Berg runter ist, ist man meist schon wieder halb auf einem anderen drauf! In einem durch geht das, man bekommt es manchmal gar nicht mit! Zum Glück ist an der Oberseite eines Berges jeweils ein Gipfel angebracht, mit etwas Schnee darauf, damit man weiß: Jetzt bin ich oben! Diesen Gipfel kann man vom Pass aus betrachten, der Pass ist sozusagen der Gipfel einer Strasse, von dort geht es auf beiden Seiten runter. Oft ist der Pass mit einen Rasthaus ausgerüstet, wo es Leberkäse mit Spiegelei gibt.

Die meisten Menschen machen ein Foto, wenn sie es auf den Pass geschafft haben, damit sie hinterher auch wissen, auf welchen Bergen sie gewesen sind. Das ist wichtig, bei dem ganzen Durcheinander im Gebirge. Nur die Anfänger stellen sich auf dem Foto so hin, dass man weder den Namen des Passes, noch die entsprechende Höhe erkennen kann.

 

Aber die Augen der Hanseaten und der anderen bergfremden Etnien leuchten trotzdem voller Stolz ob des bezwungenen Massivs, Mensch gegen Natur, wo gibts das heute noch?

An der Stelle kommt dann meist ein großer Reisebus um die Ecke, mit 40 Slowenen drin, die machen dann auch alle so ein Foto. Aber sie leuchten dabei nicht.

 

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